Erst vor etwas mehr als 200 Jahren wurden die inneren Landstriche des Bezirks Troms besiedelt. Bis dahin nutzten die Sami mit ihren Rentierherden lediglich in der schneefreien Zeit diese Gegend. Im Herbst zogen sie wieder nach Osten zu den Winterquartieren in Schweden.
Die ersten Siedler kamen aus dem Süden Norwegens, aus der Gegend des Tales Gudbrandsdal. Zunächst wurden die Ebenen in den Tälern entlang der Flüsse zum Beispiel Barduelva und Målselva besiedelt.
1839 machten sich Hallstein Toresen Trønnes mit seiner Frau Gjertrud Halvorsdatter sowie Sevald Petersen mit seiner Frau Ingrid Pedersdottir auf den Weg von Bardujord hinauf in das unwegsame Tal hoch nach Innset. Mit dabei waren ihre Kinder, Hunde, eine Kuh samt Kalb, Werkzeuge und Waffen. Von früheren Jagdtouren wußten sie, dass sich hinter dem steilen Tal noch vor den großen Wasserfällen, eine Öffnung mit einer größeren, ebenen Landfläche befand.
Hier fanden sie lediglich eine völlig zugewachsene Erdhütte (Gamme) vor, die vor längerer Zeit von den Sami erbaut worden sein mußte und nun verfiel. Ihre erste Mahlzeit entdeckte Gjertrud im Gebüsch: ein Schneehuhnnest mit acht Eiern samt Schneehuhn.
Nun wurde der Wald gerodet, und zwei primitive Hütten gebaut: eine für das Vieh und eine für die Menschen. Die reichen Fischbestände in den Seen Veslevatn und Altevatn, Schneehühner und anderes Wild bildeten ihre Lebensgrundlage.
Es war ein hartes Leben im Kampf gegen die Naturgewalten und die langen Winter, gegen die Wölfe, die immer wieder die Haustiere dezimierten und die nicht weniger gefräßigen Bären.
Wollte man einkaufen, so mußte alles über die Berge und durch das steile Tal getragen werden. Selbst für Pferde waren viele Passagen nur schwer zugänglich. Erst 70 Jahre später erleichterte ein primitiver Weg durch das Tal den Kontakt zur Zivilisation.
Bis dahin mußten zum Einkaufen ca. 60 Kilometer nach Sjøvegan zu Fuß zurückgelegt werden. Die restlichen 30 Kilometer wurden per Boot nach Hamnvik über den Fjord überbrückt. Da war es ratsam eine möglichst vollständige Einkaufsliste mitzunehmen. Und die Verfallsdaten der Lebensmittel sollten nicht zu kurzfristig anberaumt sein.
Insgesamt sechs kleine Höfe entstanden um den See Veslevatn.
Der große Einschnitt kam in den 50 iger Jahren, als beschlossen wurde das Wasser des Sees Altevatn zur Stromgewinnung zu nutzen. Dazu wurden viele Arbeitskräfte benötigt – bis zu 500 Menschen. Bei Innset und oben am See Altevatn entstanden kleine Dörfer aus Baracken, kleinen Häusern, Werkstätten, Lager, Schulhaus, Ärztehaus, Bad- und Waschhaus samt Trockenhaus für die Wäsche, Versammlungshaus, Wasserwerk usw.
Brücken und Wege hinunter ins Tal mußten verstärkt und erweitert werden, Strom- und Telefonleitungen verliefen bald in Richtung Setermoen, dem Gemeindezentrum unten im Tal.
Der See Altevatn wurde 13 Meter hoch aufgestaut, der See Veslevatn 3 Meter.
Die Bevölkerung in Innset fand Arbeit auf dieser großen Baustelle und später im fertig gestellten Kraftwerk. Nach und nach wurde die Landwirtschaft aufgegeben.