1000 Kilometer - 28 Tage
Nachdem wir bereits mehrfach die Gegend südlich von Innset auf langen Touren besucht haben, wurde jetzt mehrfach der Wunsch geäußert, einmal den gesamten Norden Norwegens auf einer einzigen Tour mit dem Huskyschlitten zu durchqueren.
Die Finnmark ist Norwegens nördlichster Distrikt und zugleich flächenmäßig größter. Mit nur 1,5 Einwohnern pro km² ist er zugleich bevölkerungsärmster Verwaltungsbezirk. An der Küste verteilen sich einige Fischerdörfer. Die Fjorde westlich vom Nordkap sind erheblich „stärker“ besiedelt als der östliche Teil. Im Landesinneren wohnen im wesentlichen die Samen.
Die Herausforderungen sind vielfältig. Die Strecke mißt ca. 1000 Kilometer. Diese 1000 Kilometer sollen in 4 Wochen zurückgelegt werden. Alleine dieser Faktor erfordert eine erhebliche Flexibilität des Streckenverlaufs der einzelnen Etappen. Es muß konsequent die Strecke gewählt werde, auf der die Expedition am schnellsten voran kommt.
Das Gelände ist im wesentlichen weniger gebirgig wie z.B. der Dividal Nationalpark. Die Finnmarksvidda ist eine Hochebene mit tiefen Taleinschnitten. Auf diesen Hochebenen wird die Expedition dem Wetter erheblich ausgesetzt sein.
In der Finnmark lebt die Hälfte aller Samen.
Weite Gebiete um z. B. Karasjok und Kautokeino werden intensiv als Winterweide großer Rentierherden genutzt. Darauf muß Rücksicht genommen werden. Deswegen werden wir uns eher nördlich dieser Gebiete halten.
Richtig steil ist der Taleinschnitt des Flusses Njallajokka, also der Quellfluß des Reisaelvas. Bei der Durchquerung dieses Tales können wir nur auf viel Schnee hoffen und/oder Bremsketten anlegen.
Beim Dreiländereck (Norwegen/Schweden/Finnland) treffen wir auf bekanntes Gebiet und haben vor allem wieder mehr Hütten für die Übernachtungen. Ansonsten – und gerade auf den ersten Etappen – stehen selten Hütten zur Übernachtung zur Verfügung.
Die Gruppe
Wir werden zu sieben Personen 28 Tage unterwegs sein. Das ist eine lange Zeit, wenn man sich vorher nicht kennt.
Ein unproblematisches Zusammenleben auf dieser Tour setzt Toleranz und Hilfsbereitschaft voraus.
Wir werden während der Tour über die einzelnen Etappen und eventuelle Routenänderungen gemeinsam beraten. Im Zweifelsfall liegt die letzte Entscheidung immer bei mir (Björn Klauer).
Alle Verrichtungen des täglichen Lebens draußen, also z.B. Zelt auf- und abbauen, Schnee schmelzen, Holz sägen, Abwaschen, Essen kochen usw. werden wir unter uns aufteilen.
Ich sehe es als selbstverständlich an, daß eine kameradschaftliche Einstellung die Tagesordnung beherrscht – wie auch bei allen anderen Touren.
Anforderungen
Ein heikles und schwer dingfest zu machendes Thema ist die Kondition. Die Belastungen werden sicher nicht wesentlich anders auftreten, wie bei den Standarttouren. Doch statt an z.B.10 Tagen werden wir nun viel länger unterwegs sein, der Körper wird also erheblich länger belastet.
Kurz und gut: Je besser man sich körperlich auf diese Tour vorbereitet, je mehr Spaß hat man.
Vielleicht paßt der Vergleich: Die körperliche Beanspruchung entspricht in etwa die einer längeren Fahrradtour mit Gepäck in einem mittelgebirgigen Gelände.
Kenntnisse im Hundeschlittenfahren sind Vorraussetzung. Vorkenntnisse im winterlichen Outdoorleben ein Muß.
Die Ausrüstung
entspricht im wesentlichen der Standartausrüstung der kürzeren Schlittentouren. Lediglich von den Dingen, die man leicht verliert, wie Handschuhe und Mütze, benötigt jeder Ersatz.
Bei allen Ausrüstungsgegenständen ist dringend darauf zu achten, daß kein Gegenstand ungetestet ist. Nichts ist schlimmer als eine neue Jacke, die sich nicht als winddicht erweist oder bei der sich bei der ersten Belastung die Nähte auflösen. Alle wärmere Kleidung muß gut unter- oder übereinander anzuziehen sein.
(siehe auch Ausrüstungsliste)
Zeitpunkt
Der Monat März ist der beste Monat. Es ist schon lange hell und die Temperaturen nicht mehr ganz so tief. Außerdem sind die Hunde in dieser Zeit in Hochform.
Die „Finnmarkslöpet“, das größte europäische Hundeschlittenrennen, startet jeweils am 2. Samstag im Monat März. Am Dienstag, den 13. März 2012 können wir von Kirkenes aus auf der Loipe des Rennens starten, ohne das Rennen zu behindern.
Wir werden uns in Kirkenes am 12. März zu den letzten Vorbereitungen treffen und die Tour am 13. starten.
Die Rückkehr nach Innset ist für den 07. April 2012 geplant.
Preis
Es ist - wie üblich - alles im Preis inbegriffen. Lediglich für die eigene, persönliche Ausrüstung und die Anreise muß selbst gesorgt werden.
Der Preis beträgt per Teilnehmer: 8.900.- Euro
Anmeldung
Die Anmeldung selbst sollte früh erfolgen, möglichst 9 Monate vor der Tour.
Anmeldung unter e-mail: Björn Klauer. Bitte Telefonummer anfügen für Rücksprache!
Die geplanten Etappen
1. Tag: Anreise nach Kirkenes
2. Tag: Ausrüstung zusammen packen, Fahrt zum Ausgangspunkt, Start der Tour entlang der russischen Grenze nach Süden
7. Tag: Tana
13. Tag: Karasjok
23. Tag: Dreiländereck
27. Tag: Innset
28. Tag: Abreise
Übersichtskarte: Troms og Finnmark 1:400 000, Cappelen Forlag


